Behandlungen

Entgiftung

Ausleitungs- und Entgiftungs- Therapien gehören zu den klassischen Naturheilbehandlungen. Sie werden zum Teil schon seit der Antike erfolgreich angewendet.

Ihr Ziel ist es, eine allgemeine Umstimmung des Befindens zu erreichen. Die Stoffwechselvorgänge des Körpers sollen angefacht werden und eine Entgiftung bewirken. Besonders bei chronischen Erkrankungen muss der gesamte Organismus gründlich saniert werden.

Frühere Ärzte und Naturheilkundler benutzten für den Krankheitszustand den Begriff "Dyskrasie" und meinten damit eine "Blutentmischung" oder "Verderbtnis der Säfte" . Dieser Begriff wird auch heute noch für viele chronische Krankheiten verwendet, zum Beispiel bei Leberleiden, Fettsucht, Diabetes, Blutkrankheiten und rheumatische Erkrankungen.

Bewährte Entgiftungsverfahren, die heute noch oft angewendet werden:

SchröpfenSchröpfen: Mit der Schröpfglocke wird auf den zu behandelnden Hautgebieten ein Unterdruck erzeugt. Das dabei angesaugte Blut befördert viele Giftstoffe aus dem Körper.

Beim blutigen Schröpfen wird vorher die Haut eingeritzt. So kann Blut durch die oberen Hautschichten in die Glocke austreten. Beim unblutigen Schröpfen auf unversehrter Haut, wird das Blut nur bis in die obersten Hautschichten angesaugt. Dabei können Blutergüsse entstehen, die mit den Giftstoffen vom Körper abgebaut werden.

Diese Therapie wird von den Patienten allgemein als sehr angenehm empfunden.

Diese traditionelle Behandlungsmethode aus der Zeit des griechischen Arztes Hippokrates, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war, gehört heute wieder zu den Standardbehandlungen der Naturmedizin.

Aderlass ist ebenso alt wie das Schröpfen und wird ebenfalls zum Entgiften und zur Verdünnung des Blutes eingesetzt. Die Menge des abgenommenen Blutes ist abhängig von Alter, Geschlecht und Konstitution des Patienten. In der Regel werden zwischen 20 und 150 Milliliter aus der Vene entnommen.

Besonders wirkungsvoll ist nach der mittelalterlichen Heilerin Hildegard von Bingen, ein Aderlass in der ersten Woche nach "Vollmond", da sich in dieser Zeit besonders viele Schlackstoffe (die Schwarzgalle) im Blut befinden.

Baunscheidt GerätBaunscheidtieren: Vor 150 Jahren entwickelte der Mechanikermeister Carl Baunscheidt ein medizinisches Gerät, den sogenannten "Lebenswecker" . Mit diesem wird die Haut von vielen, kleinen Nadeln angeritzt, und dadurch sensibilisiert. Anschließend reibt man die Haut mit einem speziellen Öl ein. An den Einstichstellen entstehen kleine Entzündungspunkte, die eine Giftausleitung über die Haut bewirken - ein wenig bekanntes aber sehr wirkungsvolles Heilverfahren.

Cantharidenpflaster: Ein Spezialpflaster das mit einem Extrakt der "Spanischen Fliege" (Lytta vesicatoria) imprägniert ist. Die Kunde von der besonderen Wirksamkeit dieses Insektenstoffes kam mit arabischen Medizinern im Mittelalter nach Europa.

Das Pflaster wird an einer schmerzenden oder störenden Stelle aufgeklebt und entwickelt nach zehn bis zwölf Stunden eine Blase (ähnlich einer Brandblase). Man entzieht den Blaseninhalt steril mit einer kleinen Kanüle und spritzt es dem Patienten intramuskulär zurück. Diese Therapie, genannt Weißer Aderlass, stimuliert das Lymphsystem zur Entgiftung.

Entgiftungs- und Ausleitungsverfahren helfen besonders bei:

Migräne, Hexenschuss, dem gesamten rheumatischen Formenkreis, bei Hauterkrankungen, Abwehrschwäche, Leberstörungen, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen, Störungen der Verdauungsorgane, Bluthochdruck, venösen Stauungen, Beschwerden in den Wechseljahren, um nur die wichtigsten Erkrankungen zu nennen.